Die Stromerzeugung der Gaskraftwerke in Deutschland steigt in dieser Woche mit rund 13 GW im Tagesmittel auf den höchsten Wert seit Februar dieses Jahres. Kalte Temperaturen und eine in dieser Woche schwache Windstromerzeugung sorgten für eine starke Gasnachfrage im Strombereich.
Bis zum Sommer 2024 stiegen die Tagesmittel der Stromleistung der Gaskraftwerke in Deutschland nur in Einzelfällen über 14 GW. Seit dem Winter 2024 mit mehreren Dunkelflauten und auch im Laufe der letzten Monate stieg die Stromleistung immer mal wieder tageweise auf deutlich höhere Werte an. Der Spitzenwert wurde während der Dunkelflaute im Januar 2025 in Höhe von 17,5 GW erreicht.
Intraday-Variabilität zunehmend
Nicht nur die Spitzenwerte im Tagesmittel, sondern auch die untertägige Flexibilitätsanforderung an die Gaskraftwerke ist von wachsender Bedeutung für den Strommarkt.
Diese als Intraday-Variabilität bezeichnete Differenz aus untertägiger Minimal- und Maximalleistungsanforderung der Gaskraftwerke stieg in diesem Jahr an mehreren Tagen auf über 10 GW. Die Flexibilitätsleistung der Gaskraftwerke hat sich damit in diesem Jahr gegenüber dem Jahr 2020 rund verdoppelt.
So stieg beispielsweise die Stromleistung der deutschen Gaskraftwerke am 13. Oktober dieses Jahres innerhalb von 6 Stunden von rund 2 GW auf über 12 GW, Der Grund war die wegen einer Windflaute deutlich rückläufige Windstromproduktion in diesem Zeitraum.
Gründe für die Zunahme
Im Jahr 2020 lag die installierte Leistung der Kohle- und Atomkraftwerke bei zusammen rund 50 GW. Durch die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke im Jahr 2023 und dem schrittweisen Ausstieg aus der Kohlverstromung sinkt die installierte Leistung der Kohlekraftwerke im Jahr 2025 auf rund 30 GW.
Wind- und Solarkraft wurden in diesem Zeitraum von rund 105 GW auf im Jahr 2025 über 170 GW ausgebaut. Die höhere Abhängigkeit von variabler und wetterabhängiger Erneuerbarer Energie sorgt damit für einen steigenden Flexibilitätsbedarf der Gaskraftwerke.
Bundesregierung plant Ausbau Gaskraftwerke
Die installierte Leistung der Gaskraftwerke in Deutschland stieg im Zeitraum 2020 bis 2025 nur um 3 GW auf im Jahr 2025 35,5 GW an. Die Bundesregierung hat nun in der letzten Woche beschlossen, die Kraftwerksflotte bis Beginn der 2030er Jahre um weitere 8 GW auszubauen.
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche konnte sich damit mit Ihrer Forderung von mindestens 20 GW Zubau nicht durchsetzen. Bedauerlicherweise sollen laut Regierungsbeschluss nur 2 GW der geplanten 8 GW technologieoffen und nur 2 GW wasserstofffähig ausgeschrieben werden.
Dies zeigt, dass die Bedeutung der gasbasierten Stromerzeugung in Deutschland in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Dies könnte auch zu einer weiter zunehmenden Wechselwirkung der Handelspreise zwischen Strom- und Gasmärkten führen.