Gasverbrauch Europas steigt um 2 Prozent gegenüber Vorjahr

Der Gasverbrauch in Europa (EU-Länder und Großbritannien) erhöht sich in 2024 gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Prozent auf insgesamt rund 4000 TWh. Dennoch lag der Gasverbrauch damit 14 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023.

Gasverbrauch Deutschlands steigt um 2 Prozent

Deutschland bleibt weiterhin das Land mit der größten Gasnachfrage europaweit. Hier stieg der Gasverbrauch von 822 TWh im Jahr 2023 auf 840 TWh im Jahr 2024 (+2 % gegenüber Vorjahr). Die Gasnachfrage aus Industrie und Stromerzeugung mit insgesamt 510 TWh machte dabei rund 60 Prozent der Gesamtnachfrage aus.

In Großbritannien sank der Gasverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 603 TWh. Der vormals zweitgrößte Gasverbraucher Europas gab damit seine Position an Italien ab. Dort hielt sich die Gasnachfrage mit rund 630 TWh gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstant.

Norwegens Gasexporte (Pipelines) steigen um 5 Prozent

Norwegens Gasexporte stiegen um rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf umgerechnet rund 1250 TWh in 2024. Damit erreichten die Gasexporte Norwegens wieder den Stand aus dem Jahr 2022, nachdem in 2023 die Exporte wegen außerplanmäßiger Wartungen gesunken waren.

Der Anteil Norwegens am europäischen Gasangebot in 2024 lag damit bei 28 Prozent. Das skandinavische Land ist Europas größter Gasimporteur. Betrachtet man nur die per Pipeline importierten Gasflüsse, so lag der Anteil Norwegens hier bei 60 Prozent.

Russlands Gasexporte (Pipelines) steigen um 22 Prozent

Algeriens Gasexporte per Pipeline in die EU (Italien und Spanien) stiegen in 2024 um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 334 TWh. Aserbaidschan steigerte seine Gasexporte in die EU um rund 2 Prozent auf 130 TWh.

Russland exportierte per Pipeline insgesamt 366 TWh Erdgas in die EU und damit 22 Prozent mehr als noch in 2023. Vor allem die Exporte über die Turkstream-Pipeline nach Bulgarien steigerten sich um 24 Prozent auf insgesamt 172 TWh. Der Gastransit durch die Ukraine erhöhte sich um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 155 TWh.

LNG-Aussendungen sinken um 20 Prozent

Die Aussendungen der europäischen LNG-Terminals sanken in 2024 gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf rund 1320 TWh. Der Rückgang musste in Teilen durch höhere Ausspeicherungen der Gasspeicher und gestiegene Gasimporte per Pipeline kompensiert werden.

Verantwortlich dafür waren die rückläufigen LNG-Importe. In 2024 wurden insgesamt 1335 LNG-Schiffslieferungen an den europäischen LNG-Terminals importiert. Damit steuerten deutlich weniger LNG-Tanker die europäischen Terminals an als im Vorjahr. In 2023 waren die Importe auf ein Allzeithoch von 1618 LNG-Schiffslieferungen gestiegen

Russland steigert LNG Exporte

Größter LNG-Importeur Europas waren in 2024 auch weiterhin die USA mit insgesamt 552 Lieferungen. Im Jahr 2023 kamen jedoch noch 708 LNG-Tankerlieferungen aus den USA. Der Marktanteil der USA am europäischen LNG-Angebot sank damit um drei Prozentpunkte auf 41 Prozent.

Deutlich zulegen konnte hingegen Russland mit insgesamt 266 Schiffslieferungen, gegenüber 227 Lieferungen im Vorjahr. Der Marktanteil Russlands stieg damit um sechs Prozentpunkte auf 20 Prozent.

Mit insgesamt nur 118 LNG-Lieferungen zeigten sich die Importe aus Katar in 2024 deutlich rückläufig. In 2023 wurden in Europa noch 178 Lieferungen aus dem arabischen Land registriert. Dessen Marktanteil sank von 11 auf 9 Prozent.